
Im Rahmen der Codeweek 2025 fand Ende Oktober ein dreitägiger Workshop für Kinder und Jugendliche zum Thema „Musik programmieren mit Sonic Pi“ in der Jugendbibliothek (KiJuBi) der ZLB Berlin statt.
Zum Einstieg gab ich einen kurzen Überblick in Sachen Musik-Coding und über die Möglichkeiten, die eine Programmierumgebung wie Sonic Pi im Vergleich zu grafischen Musikprogrammen bietet. Um die unterschiedliche Musik zu demonstrieren, die mit Sonic Pi machbar ist, hörten wir uns eine Reihe kurzer Beispiele an. Anschließend begannen wir bereits, erste kleine Melodien und Rhythmen mit den Methoden play und sleep mit Klängen verschiedener Synths zu spielen, die via use_synth gewechselt werden können. Danach vertieften wir das Thema Sampling. Hierfür nutzten wir Sonic Pi’s mächtige Funktionalitäten von live_loops und erweiterten die Sample-Loops mit einfachen Audio-Effekten, um daraus erste evolvierende Klanglandschaften zu bauen.
Am zweiten Tag widmeten wir uns der Welt des kontrollierten Zufalls. Die Kinder und Jugendlichen lernten, wie sie mit der random-Methode rrand nicht nur Noten, sondern auch die Abspielgeschwindigkeit von Samples über den Parameter rate verändern können – und welche kreativen Möglichkeiten das -abhängig von der verwendeten Audio-Datei- für das Sounddesign eröffnet. Darauf aufbauend experimentierten wir mit choose, um aus einer Liste Akkorde, Tonvorräte oder Samples auszuwählen, setzten If-Then-Bedingungen und Wahrscheinlichkeiten ein, um Klangfarben abwechslungsreicher zu gestalten. Außerdem nutzten wir Arpeggios, um harmonische und rhythmische Bewegung der Musik elegant zu variieren. Schnell wurde deutlich, wie musikalisch wirkungsvoll die Manipulation von bereits kleinsten logischen Bausteinen in Sonic Pi sein kann.




Am dritten und letzten Workshop-Tag stand die Arbeit an den eigenen Tracks im Mittelpunkt. Die Kids entwickelten ihre Code-Snippets weiter, um daraus kleine Stücke zu komponieren. Ich unterstützte sie dabei nicht nur bei code-technischen, sondern auch bei musikalischen Fragen: wie baue ich Spannung auf? Welche Dynamik geht von einer schnell oder langsam wechselnden Klangfarbe aus? Wie überlagere, addiere oder subtrahiere ich Rhythmen und Klangfarben in der Zeit? Welches musikalische Element möchte ich als einen Start- bzw. Endpunkt setzen? Und auf das Live-Improviseren mit Code bezogen, welche Parameter packe ich in Variablen, um während des Abspielens mit meinen Strukuren improvisieren zu können?
Dank des kontinuierlich hohen Interesses der Kids verlief der Workshop für alle Beteiligten sehr zufriedenstellend. Leider reichte am Ende die Zeit nicht für die eigentlich geplante Gruppen-Improvisation mit mehreren Laptops. Einige Track-Snippets stehen nach Einwilligung der entsprechenden Personen allen Workshop-Teilnehmer*innen sowie allen weiteren Interessierten zum Download auf unserem ausweichenden lev-soundcloud zur Verfügung (mit unserem eigentlichen soundcloud-Account gibt es zurzeit leider Admin-Probleme, weshalb er vorübergehend off genommen wurde):
Neben dem Link zu den Tracks folgen hier noch Links zum Download von Sonic Pi sowie zu einem deutschsprachigen Youtube-Tutorial für alle neuen Sonic-Pi-Lerner oder diejenigen, die eine Auffrischung benötigen:
Einige Tracks der Teilnehmer*innen (zum Download auf den jeweiligen Track gehen -> rechtsklick -> „Herunterladen“ auswählen): https://soundcloud.com/lev-berlin-ev/sets/workshop-musik-programmieren
Sonic Pi Download: https://sonic-pi.net/
Deutschsprachiges Einsteiger-Tutorial auf youtube: https://www.youtube.com/watch?v=J9HXuaXss1w