von Gisbert
Gerade habe ich wieder einen Kurs zum Musik machen mit Synthesizern an der VHS Pankow angeboten. Den Kurs mache ich in der Regel zwei mal pro Jahr und bin stets inspiriert, mit welcher Neugier und Freude die Teilnehmenden die verschiedenen elektronischen Klangerzeuger erkunden. Hier ein paar Eindrücke aus dem Kurs.
Zunächst gab es eine Einführung in die wichtigen Elementen subtraktiver Synthese und wie sich damit Klänge erzeugen und gestalten lassen: Oszillator, Filter, Hüllkurve und Verstärker. Anschließend haben wir uns ausgiebig Zeit genommen, dieses Wissen anzuwenden; alleine mit Kopfhörer am Gerät schraubend und in Jams in der Gruppe.
Kollektive Synthesizer-Jam
Hier ein kurzer Einblick in eine der gemeinsamen Improvisationen:
Zu hören sind der Moog Mother-32, sequenziert mit dem Korg SQ-1, der Doepfer A-111-6 Miniatursynthesizer, sequenziert mit dem Tobinski-Sequencer. Begleitende Beats dazu kommen von der Cre8audio Boom Chick, synchronisiert sind die Geräte mit analogen Clock-Signalen.
Hinzu kommen melodische Fragmente gespielt auf dem digitalen Yamaha PSS-580, eher ein günstiges Keyboard mit Begleitautomatik, dass aber auch nicht zu verachtende Synthese-Fähigkeiten in Form von 2-Operator FM-Synthese an Bord hat.
Vorausgegangen war ein Phase des Ausprobierens und Abstimmens: von Sequenzen, Lautstärkeverhältnissen, Klangfarben. Für Synchronisierungsprobleme wurden Lösungen gefunden, Ideen und Geräte wurden angetestet, verworfen oder beibehalten:
Individuelle Projekte
Parallel dazu haben Teilnehmende auch ganz individuelle Projekte verfolgt, z. B. die Synchronisation mehrerer Geräte per MIDI. Achtung, auch bei MIDI kann es Feedback geben, wenn ein geschlossener Kreislauf hergestellt wird und MIDI-Daten sowohl gesendet als auch empfangen werden!

Im Bild direkt nebeneinander der Arturia Minifreak und der Behringer Grind. Beide teilen digitale Oszillatoren, die von Emilie Gillet ursprünglich für Mutable Instruments entwickelt wurden und die den Geräten eine enorme klangliche Bandbreite geben.
Ein weiteres Projekt war es, Wechselwirkungen eines Sequenzers (Arturia Keystep) mit spezifischen Synthesizer-Einstellungen (am Behringer Proton) zu erproben, wobei sich komplexe Klangkonstellationen ergaben.

Alles in allem ein auch für mich als Kursleiter sehr inspirierendes Wochenende.
